Intradiskale Elektrothermale Therapie (IDET)
Bei hartnäckigen und therapieresistenten Rückenschmerzen, bedingt durch ein- oder mehrsegmentige Bandscheibendegeneration und/oder Bandscheibenvorwölbung:
Bei fortgeschrittenem Bandscheibenverschleiß liegen Einrisse im äußeren Faserring der Bandscheibe, insbesondere im hinteren Anteil, vor. Hier kommt es im Folgenden zu Gefäß- und Nerveneinsprossungen, zum Anderen zur Bildung eines Granulationsgewebes, welches einen sehr hartnäckigen Rückenschmerz, ggf. mit Ausstrahlung in die Beine, verursachen kann. Man nennt dieses Symptom einen "discogenen", sprich bandscheibeninduzierten Schmerz.
Zusätzlich führt dies meistens zu einer Gefügelockerung im Bewegungssegment, welches mit einer Wirbelsäuleninstabilität einhergeht. Sind die üblichen konservativen Behandlungsmaßnahmen ausgereizt, dauern die Beschwerden über drei Monate an und resultiert ein starker Leidensdruck, so ist vor einem eventuellen künstlichen Bandscheibenersatz oder gar Wirbelsäulenversteifung eine an der Standford Universität in San Francisco entwickelten Methode (sog. IDET = intradiskale elektrothermische Therapie) möglich. Dabei wird ambulant in Lokalanästhesie und unter Bildwandlerkontrolle eine feine Thermosonde in den äußeren Faserring der Bandscheibe eingeführt und die Katheterspitze im hinteren Anteil der Bandscheibe platziert. Dann wird die Thermosonde mit einem speziellen Generator über insgesamt ca. 17 min. langsam bis max. 90°C erwärmt und anschließend wieder komplett entfernt. Bei dem Erhitzungsvorgang werden die schmerzauslösenden Nerven- und Gefäßeinsprossungen zerstört und das kollagene Bindegewebe gefestigt. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff kann der Patient aufstehen. Nach wenigen Tagen ist bereits die Wiederaufnahme einer leichten Tätigkeit möglich. Eine allgemeine körperliche Schonung sollte in den anschließenden Wochen beherzigt werden, eine stationäre Rehamaßnahme ist jedoch nicht notwendig.
Vorteile der intradiskalen Thermosonde sind:
• risikoarmes, minimalinvasives Behandlungsverfahren
• ambulante Durchführung
• Lokalanästhesie, d.h. keine Vollnarkose mit möglichen Folgeerscheinungen
und Risiken
• kein Risiko einer Narbenbildung
• keine Rehaklinik-Aufenthalte oder lange Arbeitsausfallzeiten
• anschließend schnelle Wiederaufnahme der Arbeit möglich
• Vermeidung einer aufwändigen und risikoreichen Versteifungsoperation
• in allen Altersgruppen möglich
