Spritzenangst Text

Orthopädische Behandlungen und Schmerztherapie bei Spritzenangst im Wirbelsäulen-Institut München

Zahlreiche Therapiemethoden aus dem Bereichen der Orthopädie und der Schmerztherapie bei Wirbelsäulenerkrankungen werden mithilfe von Spritzen bzw. Kanülen durchgeführt. Patienten, die unter einem solchen Krankheitsbild leiden und zugleich von Spritzenangst betroffen sind, können daher nicht ohne Weiteres auf herkömmliche Weise therapiert werden. Im Wirbelsäulen-Institut München haben wir daher speziell für unsere Patienten mit Spritzenangst nach alternativen Behandlungsmethoden gesucht, um die Auswirkungen dieser Phobie zu umgehen.

Was ist Spritzenangst und wer ist davon betroffen?

Bei der Spritzenangst handelt es sich um eine spezielle Phobie. Sie wird medizinisch korrekt als Trypanophobie bezeichnet und tritt, im Vergleich zu vielen anderen Phobien, bei einem nicht geringen Teil der Menschen auf. Studien zufolge sind rund 3 Prozent der Menschen durch alle Altersklassen hinweg von einer Spritzenphobie betroffen. Müssen sich die Betroffenen einer Therapie mit Spritzen unterziehen, können unterschiedlichste Symptome von unverhältnismäßiger Angst bis hin zu Übelkeit oder Ohnmachtsanfällen auftreten. Dies führt zu einer Weigerung vieler Patienten, notwendige Therapien, die mithilfe von Spritzen durchgeführt werden, ausführen zu lassen. In den meisten Fällen rührt die Spritzenangst wohl von schlechten Erfahrungen bei der Anwendung von Spritzen in der Vergangenheit her.

Wie kann man Patienten mit Spritzenangst helfen?

Zahlreiche Behandlungsmethoden sind leider nur unter Verwendung von Spritzen und Kanülen durchführbar. Es gilt also, den Patienten in einen Zustand zu versetzen, in dem er die Behandlung mit einer Spritze nicht mehr wahrnimmt, damit diese durchgeführt werden kann. Daher haben wir im Wirbelsäulen-Institut in München eingehend mit dieser Problematik befasst. Patienten mit Spritzenangst können wir nun auf Wunsch unter einer leichten, intravenösen Narkose fachgerecht behandeln. Diese Art der Narkose wird auch als Dämmerschlafnarkose oder Analgosedierung bezeichnet. Dabei erfolgt zunächst ein kleiner venöser Zugang, über den sowohl das Narkosemittel als auch eventuell zusätzlich nötige Schmerzmittel oder Antibiotika in den Blutkreislauf gelangen. Die Dauer des Dämmerschlafs wird sehr kurz gehalten. In der Regel schläft der Patient nur etwa 10 Minuten länger, als der Eingriff selbst dauert. Nebenwirkungen durch die Narkose sind aufgrund moderner Narkosemittel und der geringen Dauer in den allermeisten Fällen nicht zu erwarten. Dennoch erfolgt selbstverständlich eine postoperative Überwachung durch unsere geschulten Mitarbeiter.

Welche Behandlungen können im Dämmerschlaf durchgeführt werden?

Zahlreiche Therapien aus dem Bereich der Orthopädie und zur Behandlung von Wirbelsäulenleiden, die in unserem Wirbelsäulen-Institut in München mithilfe von Spritzen durchgeführt werden, können bei Patienten mit Spritzenangst unter Dämmerschlafnarkose vorgenommen werden. Hierzu zählen die folgenden Behandlungsmethoden:

  • Facetteninfiltrationen
  • Epidurale Einspritzungen und Epdiduralkatheder
  • Facettendenervierung bzw. Thermokoagulation
  • Arthrosebehandlung mit Hyaluronsäure oder PRP an nahezu allen davon betroffenen Gelenken
  • Periradikuläre Therapie (PRT)

Wie laufen Behandlungen im Dämmerschlaf ab?

Zur Vorbereitung auf die Behandlung im Dämmerschlaf müssen zunächst einige Laborparameter festgestellt werden. In der Regel sind hierzu die aktuellen Blutwerte ausreichend. In seltenen Fällen muss zusätzlich ein EKG erstellt werden. Zur Behandlung in Narkose muss der Patient, wie in solchen Fällen üblich, „nüchtern“ erscheinen. Konkret bedeutet das, 4 Stunden vorher nichts zu Essen und zu Trinken. Nachdem ein erfahrener Anästhesist die Narkose eingeleitet hat, beginnt die Behandlung des Patienten mit Spritzenangst, sobald sich dieser im Dämmerschlaf befindet. Nach dem Eingriff erfolgt innerhalb von etwa 10 Minuten das Aufwachen und die postoperative Überwachung durch unser Personal. Nach dem Eingriff ist es notwendig, dass der Patient abgeholt wird. Das bedeutet, er darf weder selbst fahren, noch alleine öffentliche Verkehrsmittel nutzen.