
Dr. med. Peter Krause
Facharzt für Orthopädie, Sportmedizin, Chirotherapie und Naturheilverfahren
Wirbelsäulenspezialist seit über 30 Jahren
Umfassende Beratung & persönliche Behandlung
mehr als 30.000 durchgeführt Interventionen an der Wirbelsäule
Clunealgie – eine häufig übersehene Ursache für Schmerzen im unteren Rücken
Nicht jeder Schmerz im unteren Rücken wird durch einen Bandscheibenvorfall oder das Iliosakralgelenk verursacht. Manche Patientinnen und Patienten leiden unter einseitigen, tiefsitzenden Rückenschmerzen im Bereich oberhalb des Gesäßes – häufig trotz unauffälligem MRT-Befund.
Eine mögliche, oft übersehene Ursache kann eine sogenannte Clunealgie sein. Dabei handelt es sich um eine Reizung bestimmter Hautnerven im Bereich des Beckenkamms, die Schmerzen im unteren Rücken auslösen können.
Typisch sind ziehende oder brennende Beschwerden seitlich über dem Becken, die sich bei Bewegung, längerem Sitzen oder Druck auf die betroffene Stelle verstärken können. Da die Symptome denen eines Bandscheibenvorfalls oder eines ISG-Syndroms ähneln, bleibt die Clunealgie nicht selten unerkannt.
Umso wichtiger ist eine sorgfältige klinische Untersuchung, um die genaue Schmerzursache zu identifizieren und gezielt behandeln zu können.
Typische Symptome einer Clunealgie
Eine Clunealgie macht sich meist durch einseitige Schmerzen im unteren Rücken bemerkbar – häufig im Bereich oberhalb des Gesäßes, seitlich über dem hinteren Beckenkamm.
Typische Beschwerden sind:
- Druckschmerz über dem Becken, meist punktuell lokalisierbar
- Ziehende, brennende oder stechende Schmerzen im unteren Rücken
- Schmerzausstrahlung in Gesäß oder seitliche Hüftregion
- Beschwerden beim längeren Sitzen oder Stehen
- Schmerzverstärkung bei Bewegung, insbesondere beim Aufrichten oder Drehen
- Empfindlichkeit bei direktem Druck auf die betroffene Stelle
Charakteristisch ist, dass die Schmerzen oft wie ein Bandscheibenproblem wirken, obwohl in der Bildgebung (z. B. MRT) kein eindeutiger Befund vorliegt. Neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle im Fuß oder eine Kraftminderung sind dagegen untypisch.
Da die oberen Clunealnerven (Nervi clunium superiores) am hinteren Beckenkamm durch eine enge Durchtrittsstelle verlaufen, kann es dort zu einem Engpasssyndrom kommen. Die Folge ist eine lokale Nervenreizung, die Schmerzen im unteren Rücken verursacht, ohne dass die Wirbelsäule selbst strukturell geschädigt sein muss.
Gerade bei Patientinnen und Patienten mit anhaltenden Rückenschmerzen ohne klare Ursache sollte daher auch an eine Clunealgie gedacht werden.
Abgrenzung zu Bandscheibenvorfall und ISG-Syndrom
Schmerzen im unteren Rücken werden häufig vorschnell einem Bandscheibenvorfall oder einer Problematik des Iliosakralgelenks (ISG) zugeschrieben. Die Clunealgie kann jedoch sehr ähnliche Beschwerden verursachen – wird dabei aber leicht übersehen.
Unterschied zum Bandscheibenvorfall
Ein Bandscheibenvorfall führt typischerweise zu:
- Schmerzen mit klarer Ausstrahlung ins Bein
- Taubheitsgefühlen oder Kribbeln
- Kraftminderung im Fuß oder Bein
- Verschlechterung beim Husten, Niesen oder Pressen
Bei einer Clunealgie hingegen:
- bleibt der Schmerz meist lokal im unteren Rücken oder Gesäßbereich
- fehlen neurologische Ausfälle
- zeigt die Bildgebung (MRT) häufig keinen erklärenden Befund
Das bedeutet: Obwohl der Schmerz stark sein kann, liegt die Ursache nicht in der Bandscheibe, sondern in einer Reizung der Clunealnerven am Beckenkamm.
Unterschied zum ISG-Syndrom
Auch das Iliosakralgelenk kann tiefsitzende Rückenschmerzen verursachen. Typisch für ein ISG-Problem sind:
- Schmerzen eher unmittelbar neben dem Kreuzbein
- Beschwerdezunahme bei bestimmten Provokationstests
- häufig beidseitige oder wechselnde Beschwerden
Bei der Clunealgie hingegen:
- liegt der Druckschmerz meist etwas weiter seitlich am hinteren Beckenkamm
- lässt sich ein klarer, punktueller Schmerz auslösen
- kann ein gezielter Druck auf den Nervenverlauf die Beschwerden reproduzieren
- Zentrale Lage im Arabellapark München, gute Parkmöglichkeiten
- Jeder Patient wird von Dr. Krause persönlich gesehen, untersucht und behandelt
- Der individuelle Krankheitsfall bleibt in einer Hand
- Eine sehr private Atmosphäre mit freundlichem Personal. Keine Fließbandarbeit
- Sehr großzügige Terminvergabe, keine Wartezeiten
- Für neue Patienten planen wir mindestens 30 Minuten Sprechzeit ein
- eigenes digitales Röntgen & eigenes MRT
- Bei Spritzenangst/-phobie Behandlungen auch unter Kurznarkose
- Einige Behandlungen können in der benachbarten Arabellaklinik auch für gesetzlich versicherte Patienten durchgeführt werden. Behandler/Operateur ist Dr. Krause selbst.


Dr. Peter Krause bantwortet die häufigsten Fragen zur Clunealgie
Die Clunealgie ist ein Schmerzsyndrom im unteren Rücken, das durch eine Reizung der sogenannten Clunealnerven entsteht. Meist handelt es sich um ein Engpasssyndrom der Nervi clunium superiores am hinteren Beckenkamm. Die Beschwerden entstehen nicht in der Bandscheibe, sondern durch eine lokale Nervenreizung.
Typisch sind einseitige Schmerzen im unteren Rücken, meist seitlich oberhalb des Gesäßes über dem Beckenkamm. Der Schmerz ist häufig punktuell lokalisierbar und lässt sich durch Druck gezielt auslösen.
In der Regel nicht. Die feinen Hautnerven sind in der Standard-Bildgebung (MRT oder CT) meist nicht direkt darstellbar. Die Bildgebung dient vor allem dazu, andere Ursachen wie Bandscheibenvorfälle oder strukturelle Schäden auszuschließen.
Ein Bandscheibenvorfall verursacht häufig eine Schmerzausstrahlung ins Bein mit Taubheitsgefühl oder Kraftverlust. Bei der Clunealgie bleibt der Schmerz meist lokal im unteren Rücken oder Gesäßbereich. Neurologische Ausfälle sind untypisch.
Wird die Nervenreizung nicht erkannt, können die Beschwerden über Monate oder sogar Jahre bestehen. Eine gezielte Diagnostik ist daher entscheidend, um eine chronische Schmerzentwicklung zu vermeiden.
Zunächst erfolgt eine konservative Therapie mit Physiotherapie und Entlastungsmaßnahmen. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine gezielte Infiltration im Bereich des Beckenkamms erfolgen. In ausgewählten Fällen sind minimalinvasive Verfahren wie eine Radiofrequenztherapie möglich.
Die Symptome ähneln denen eines Bandscheibenvorfalls oder eines ISG-Syndroms. Da die Bildgebung oft keinen eindeutigen Befund zeigt, wird die Ursache nicht immer sofort erkannt. Eine sorgfältige klinische Untersuchung ist deshalb besonders wichtig.
Wie wird eine Clunealgie diagnostiziert?
Die Diagnose einer Clunealgie erfolgt in erster Linie durch eine sorgfältige klinische Untersuchung. Da bildgebende Verfahren wie MRT oder CT die feinen Hautnerven in der Regel nicht darstellen, ist die genaue körperliche Untersuchung besonders wichtig.
Typisch ist ein klar lokalisierbarer Druckschmerz über dem hinteren Beckenkamm, etwa 6–8 cm seitlich der Mittellinie. Wird auf diesen Punkt gedrückt, kann der bekannte Schmerz gezielt ausgelöst oder verstärkt werden.
Zur Diagnosesicherung können folgende Schritte sinnvoll sein:
- Gezielte Palpation des Nervenverlaufs am Beckenkamm
- Prüfung, ob sich der Schmerz durch Druck reproduzieren lässt
- Ausschluss eines Bandscheibenvorfalls oder ISG-Syndroms
- Bildgebung (z. B. MRT), um andere strukturelle Ursachen auszuschließen
- In unklaren Fällen kann eine diagnostische Infiltration helfen. Dabei wird ein Lokalanästhetikum gezielt an den vermuteten Engpassbereich des Nervs injiziert. Kommt es daraufhin zu einer deutlichen, wenn auch vorübergehenden Schmerzlinderung, spricht dies stark für eine Clunealgie.
Gerade bei Patientinnen und Patienten mit anhaltenden Rückenschmerzen ohne eindeutigen MRT-Befund ist eine differenzierte klinische Untersuchung entscheidend, um diese oft übersehene Ursache zu erkennen.

Behandlung der Clunealgie im WI München
Im Wirbelsäulen-Institut München steht am Anfang jeder Behandlung eine umfassende und präzise Diagnostik. Da die Clunealgie häufig mit einem Bandscheibenvorfall oder einem ISG-Syndrom verwechselt wird, ist eine sorgfältige klinische Untersuchung entscheidend, um die tatsächliche Schmerzursache eindeutig zu identifizieren.
Erst auf dieser Grundlage wird gemeinsam mit Ihnen ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept erstellt – nach unserem Grundsatz:
„So wenig invasiv, aber so effektiv wie möglich.“
Konservative Therapie
In vielen Fällen lässt sich eine Reizung der Clunealnerven zunächst konservativ behandeln. Ziel ist es, mechanische Irritationen zu reduzieren und muskuläre Fehlspannungen im Becken- und Lendenbereich zu normalisieren. Hierzu zählen:
- gezielte physiotherapeutische Maßnahmen
- manuelle Techniken zur Entlastung des Beckenkamms
- individuell angepasste Übungsprogramme
- entzündungshemmende Schmerzmedikation bei Bedarf
Gezielte Infiltration
Bestehen die Beschwerden fort, kann eine präzise Infiltration im Bereich des hinteren Beckenkamms sinnvoll sein. Dabei wird ein Lokalanästhetikum – gegebenenfalls kombiniert mit einem entzündungshemmenden Medikament – direkt an den vermuteten Engpass des Nervs injiziert.
Diese Behandlung dient sowohl der weiteren Diagnosesicherung als auch der gezielten Schmerztherapie. Häufig lässt sich dadurch bereits eine deutliche und anhaltende Linderung erreichen.
Minimalinvasive Verfahren
Bei chronischen, therapieresistenten Beschwerden kann in ausgewählten Fällen eine minimalinvasive Behandlung der schmerzleitenden Nervenfasern mittels Radiofrequenz in Betracht gezogen werden. Ziel ist es, die Schmerzweiterleitung nachhaltig zu reduzieren bzw. auszuschalten, ohne größere operative Eingriffe vornehmen zu müssen. Die Behandlung findet ambulant in lokaler Betäubung statt und ist vergleichbar mit der sehr verbreiteten Nervenverödung bei schmerzhaften Wirbelgelenken (sog. Facettendenervierung mittels Radiofrequenz).
Eine offene Operation ist nur in seltenen Ausnahmefällen nötig.
Haben Sie den Verdacht, dass bei Ihnen eine Clunealgie vorliegt, wenden Sie sich vertrauensvoll an unsere Facharztpraxis für Orthopädie in München.
Dr. Peter Krause und sein Team bieten Ihnen mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen mit allen gängigen Behandlungsmethoden von konventionell über minimalinvasiv bis hin zu operativ. Darüber hinaus ist unsere Praxis mit eigenen Einrichtungen für bildgebende Diagnoseverfahren (digitales Röntgen und MRT) ausgerüstet. Ihr individueller Krankheitsfall bleibt bei uns also stets in einer Hand.
Vereinbaren Sie jetzt online, telefonisch oder per E-Mail einen Termin mit uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.