Spritzenangst in der Schmerztherapie

Viele Menschen leiden über Monate oder sogar Jahre unter starken Rücken- oder Gelenkschmerzen. Oft werden alltägliche Dinge wie Sitzen, Gehen oder Schlafen zunehmend zur Belastung. Dennoch entscheiden sich manche Betroffene gegen eine empfohlene Behandlung – nicht wegen der Erkrankung selbst, sondern aus Angst vor Spritzen.

Diese Angst ist deutlich häufiger, als viele vermuten.

Spritzenangst ist keine Seltenheit

Die Angst vor Nadeln oder medizinischen Eingriffen betrifft Menschen jeden Alters. Manche verspüren lediglich Unbehagen, andere reagieren mit starkem Stress, Kreislaufproblemen oder regelrechten Panikattacken.

Für Betroffene ist die Situation oft belastend: Einerseits wünschen sie sich eine wirksame Behandlung ihrer Schmerzen, andererseits erscheint die Angst vor der Spritze kaum überwindbar.

Wir erleben in unserer täglichen Praxis immer wieder Patientinnen und Patienten, die eine Behandlung lange hinausgezögert haben – häufig mit der Folge, dass sich die Beschwerden weiter verschlimmert haben.

Über die Spritzenangst in der Schmerztherapie

Dr. Peter Krause
Facharzt für Orthopädie – Sportmedizin
Chirotherapie – Naturheilverfahren

Moderne Schmerztherapie muss nicht belastend sein

Viele Menschen stellen sich Wirbelsäuleninjektionen deutlich unangenehmer vor, als sie tatsächlich sind.

Moderne bildgesteuerte Verfahren ermöglichen heute eine präzise und schonende Behandlung. Die meisten Injektionen werden unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle durchgeführt, sodass die Medikamente gezielt an die schmerzauslösende Struktur gelangen können.

Dennoch wissen wir: Für manche Patientinnen und Patienten bleibt die Angst vor dem Eingriff bestehen – selbst wenn sie wissen, dass die Behandlung sinnvoll wäre.

Wenn die Angst die Behandlung verhindert

Gerade bei ausgeprägter Spritzenangst ist es wichtig, individuelle Lösungen anzubieten.

Im Wirbelsäulen-Institut München nehmen wir diese Sorgen ernst. Niemand sollte eine notwendige Behandlung aus Angst vor Schmerzen oder der Vorstellung einer Spritze vermeiden müssen.

Deshalb bieten wir bei ausgewählten Behandlungen die Möglichkeit einer schonenden Dämmerschlafnarkose (Analgosedierung) an. Die Patientinnen und Patienten befinden sich dabei in einem entspannten, schlafähnlichen Zustand und erleben den Eingriff in der Regel kaum oder gar nicht bewusst.

Die Dämmerschlafnarkose wird dabei von einem erfahrenen Narkosearzt/-ärztin (Anästhesist/-in) durchgeführt. Je nach Ausprägung der Spritzenangst kann der Patient auch so tief sediert werden, dass er die Behandlung überhaupt nicht mitbekommt.

Für viele Betroffene ist dies der entscheidende Schritt, um eine längst notwendige Behandlung überhaupt durchführen zu können.

Vertrauen ist ein wichtiger Teil der Therapie

Mindestens genauso wichtig wie die medizinische Behandlung selbst ist für uns die persönliche Betreuung.

Wir nehmen uns Zeit, um den Ablauf einer Behandlung verständlich zu erklären, Fragen zu beantworten und Unsicherheiten abzubauen. Viele Patientinnen und Patienten berichten uns nach der Behandlung, dass ihre Sorgen im Nachhinein deutlich größer waren als der eigentliche Eingriff.

Angst lässt sich nicht einfach „wegdiskutieren“. Sie lässt sich jedoch ernst nehmen, verstehen und gemeinsam überwinden.

Unser Fazit

Spritzenangst ist nichts, wofür man sich schämen muss. Sie betrifft viele Menschen und kann eine erhebliche Belastung darstellen.

Wichtig ist jedoch, dass die Angst nicht dazu führt, wirksame Behandlungen dauerhaft zu vermeiden. Moderne Schmerztherapie bietet heute zahlreiche Möglichkeiten, Eingriffe möglichst schonend und patientenfreundlich durchzuführen.

Wenn Sie unsicher sind oder Fragen zu einer Behandlung haben, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam finden wir einen Weg, der medizinisch sinnvoll ist und mit dem Sie sich wohlfühlen.

Ihr

Dr. med. Peter Krause